Rezensionen

Zentrum der Milchstraße

Naturwissenschaftliche Erkenntnis im Licht theologischer Spekulation - was man für das unverbindliche Motto einer nächtlichen Fernsehdiskussion halten könnte, bildet in Herbert W. Frankes Roman "Zentrum der Milchstraße" aus dem Jahr 1990 den Hintergrund eines Krimis um das Wesen der Welt.

Die Lincoln Maschine

Wie so oft im Werk des Autors ist einer der Themenschwerpunkte die Frage nach dem Wesen des Menschen. Allerdings beschränkt sich die Diskussion nicht bloß auf den Unterschied von Mensch und Maschine, sondern dehnt sich auf den vermeintlichen Gegensatz verrückt/normal aus. Tatsächlich erscheinen in einer Welt, deren Gesundheitswesen psychsiche Erkrankungen zum Regelfall werden lässt, ausgerechnet die Maschinen (Simulakren, Androiden) zugleich human und vernünftig.

Nach der Bombe

Die atomare Apokalypse ist ein wenig aus der Mode gekommen. Längst bleibt ihr die Gunst des Publikums -- sei es ein politisches, sei es ein literarisches -- versagt. Niemand baut sich mehr einen Schutzbunker, der ohnehin von fragwürdigem Nutzen wäre. Niemand geht mehr aus Protest auf die Straße. Niemand glaubt mehr an die Gefahr eines Untergangs der menschlichen Zivilisation. Die nukleare Bedrohung der Welt, wie wir sie kennen, ist aus dem kollektiven Bewusstsein gelöscht.

Warte auf das letzte Jahr

Eric Sweetscent ist Chirurg und ein Spezialist in Sachen Organtransplantation, mit deren Hilfe er den steinalten Großindustriellen Virgil Ackerman seit geraumer Zeit künstlich am Leben hält. In seinem Beruf erfolgreich, hadert er dennoch mit seinem Schicksal in Gestalt seiner Ehefrau Kathy, die ihm in jeder Hinsicht überlegen zu sein scheint, bis sie an die mysteriöse Droge JJ-180 gerät und ihr verfällt.

Der Infinitiv von Go

Der Poster ist eine neue Entwicklung, um Menschen oder Dinge ohne nennenswerte Zeitverzögerung über beliebig große Entfernungen zu transportieren. Dabei wird nicht einfach Materie transmittiert, sondern in einem von Computern gesteuerten Verfahren ein Raum-Zeit-Kontinuum errechnet, welches am Zielort die Bedingungen des Ausgangsortes herstellt. Der Poster scheint reibungslos zu funktionieren, bis bei einem weiteren Transport über längere Distanz ein Regierungsbeamter bei seiner Ankunft anscheinend den Verstand verliert und Selbstmord begeht.